Perasts zwei Inseln: die Bootsfahrt zu Our Lady of the Rocks und St. George
Kann man beide Inseln vor Perast besuchen?
Nein. Our Lady of the Rocks ist für Besucher geöffnet und in nur wenigen Minuten mit dem Boot von der Uferpromenade Perasts zu erreichen. St. George, das bewaldete Inselchen daneben, ist nicht öffentlich zugänglich, da sich dort ein aktives Kloster und ein Friedhof befinden, der von Perasts Familien noch immer genutzt wird.
Zwei Inseln, eine offen, eine nur zum Anschauen
Stehen Sie an der Uferpromenade von Perast, blicken Sie auf zwei kleine Inseln, die fast nebeneinander in der Bucht liegen, nur wenige hundert Meter voneinander entfernt. Die eine, Our Lady of the Rocks, ist das Postkartenmotiv: eine runde weiße Kirche mit grauer Kuppel, ein Glockenturm und eine gepflasterte Terrasse, gesäumt von Zypressen, alles auf einer künstlichen Plattform errichtet. Die andere, St. George, ist bewaldet, niedrig und still, mit einem Benediktinerkloster und einem Friedhof zwischen den Bäumen. Boote legen bei der ersten an. Bei der zweiten nicht, und wer versteht warum, erspart sich eine vergebliche Nachfrage am Kai.
Beide Inseln werden an anderer Stelle auf dieser Seite ausführlicher behandelt. Dieser Guide ist enger gefasst: Er dreht sich um die Überfahrt selbst, wie die Bootsfahrt praktisch abläuft, wie kurz sie wirklich ist, und wie man ohne Vorplanung an Bord kommt. Wer die ausführlichere Geschichte dessen sucht, was man nach der Ankunft bei Our Lady of the Rocks sehen kann, findet dort die Kapelle, das Museum und die Gründungslegende. Hier geht es um die Logistik.
Die Überfahrt ist kürzer als erwartet
Our Lady of the Rocks liegt rund 100 bis 150 Meter vor der Küste Perasts. Auf einem kleinen Motorboot mit Außenbordmotor dauert die Überfahrt etwa fünf Minuten. Selbst mit Einsteigen, dem langsamen Ablegen vom Kai und dem Anlegemanöver an der kleinen Anlegestelle der Insel dauert die gesamte Hin- und Rückfahrt selten mehr als 15 bis 20 Minuten reine Bootszeit.
Das ist für die Planung eines Perast-Besuchs wichtig, denn der Inselstopp muss keinen ganzen Tag beanspruchen. Ein typischer Ablauf sieht so aus: Uferpromenade und die beiden Hauptkirchen des Ortes zu Fuß erkunden, zur Insel übersetzen, 20 bis 30 Minuten dort verbringen, zurückfahren. Bei ruhiger See passt die gesamte Runde vom Kai zurück zum Kai, Kirchenbesuch inklusive, in eine Stunde. Es ist ein kurzer Ausflug innerhalb eines kurzen Ortsbesuchs, kein Halbtagesunternehmen, und Bootsbetreiber bepreisen und takten ihn entsprechend.
Die Bedingungen an dem Tag zählen mehr als die Entfernung. Die Bucht ist meist geschützt, doch ein starker Bura-Wind aus dem Norden oder ein kräftiger Scirocco-Schwell können kleine offene Boote selbst auf dieser kurzen Strecke ordentlich durchschütteln, und Betreiber setzen Überfahrten bei zu grobem Wellengang manchmal aus. Wirkt das Wasser vom Kai aus erkennbar rau, sollte man das als Signal nehmen und nicht gegen den Bootsführer argumentieren.
Warum St. George gesperrt bleibt
Die Insel St. George (Sveti Đorđe) ist die ältere der beiden Inseln, ein natürlicher Felsvorsprung statt einer künstlich aufgeschütteten Plattform, und beherbergt seit mindestens dem 12. Jahrhundert ein Benediktinerkloster. Familien aus Perast nutzen das umliegende Gelände seit Generationen als Friedhof, und Beisetzungen finden dort weiterhin statt. Diese Kombination aus einer aktiven religiösen Gemeinschaft und einem genutzten Friedhof ist der Grund, warum die Insel nie für den allgemeinen Tourismus geöffnet wurde, im Gegensatz zu ihrer Nachbarin wenige hundert Meter entfernt.
Bootsbetreiber wissen das genau und bieten keine Landung dort an. Manche bieten, besonders bei etwas längeren Boka-Bay-Rundfahrten, eine langsame Vorbeifahrt nahe der Küste an, damit Passagiere die Zypressen, den Glockenturm und die Friedhofsmauer vom Wasser aus sehen und fotografieren können. Diese Vorbeifahrt dauert meist ein bis zwei Minuten, bevor das Boot zurück zu Our Lady of the Rocks wendet oder weiter nach Perast fährt. Wer eine Bootstour bucht, in deren Programm St. George genannt ist, sollte die Beschreibung genau lesen: Fast immer ist eine Fotorunde gemeint, keine Landung.
Ohne Buchung ein Boot am Kai finden
Das überrascht Erstbesucher am meisten: Für die einfache Überfahrt zu Our Lady of the Rocks muss man in der Regel nichts im Voraus buchen. Eine Reihe kleiner offener Boote, meist familiengeführt, liegt während der Hauptsaison, etwa April bis Oktober, entlang der Uferpromenade von Perast vor Anker. Jedes trägt ein handgeschriebenes Schild oder eine einfache laminierte Preisliste, und die Bootsführer sprechen Vorbeigehende an, besonders in der Nähe der beiden Kirchen im Ortszentrum.
Üblich ist ein fester Rückfahrpreis pro Person, direkt an den Bootsführer bezahlt, mit Abfahrt sobald eine Handvoll Passagiere an Bord ist oder in einem groben Takt von alle 10 bis 20 Minuten in der Hauptsaison. Einen gedruckten Fahrplan gibt es kaum. Im Juli und August, wenn Perast sich mit Kreuzfahrt- und Busgruppen füllt, fahren die Boote so häufig, dass eine Wartezeit von mehr als 10 bis 15 Minuten unüblich ist. Außerhalb dieser Monate, besonders in der Nebensaison, kann es sich lohnen, zwei oder drei Bootsführer zu fragen, wie voll ihr Boot schon ist, bevor man sich entscheidet, denn ein fast volles Boot legt eher ab.
Englischkenntnisse braucht dabei keine Seite. Auf die Insel zeigen und die Personenzahl mit den Fingern anzeigen ist gängige Praxis, und die meisten Bootsführer, die täglich im Tourismus arbeiten, kommen ohnehin mit ausreichend Englisch für das Geschäft zurecht.
Was die Fahrt tatsächlich kostet
Die Preise für die informelle Überfahrt sind nicht gesetzlich festgelegt und variieren etwas von Boot zu Boot und je nach Saison, doch die Spanne ist in den letzten Jahren recht konstant geblieben.
| Option | Typischer Preis | Hinweise |
|---|---|---|
| Geteiltes Lokalboot, nur Hin- und Rückfahrt | 5–10 EUR pro Person | Kirchen-/Museumseintritt meist separat auf der Insel bezahlt |
| Geteiltes Lokalboot, Überfahrt + Kircheneintritt gebündelt | 8–12 EUR pro Person | Manche Betreiber bündeln, manche nicht; vor dem Einsteigen fragen |
| Privates kleines Boot, nur für Ihre Gruppe | 20–40 EUR insgesamt | Schnelleres Einsteigen, kein Warten auf andere Passagiere |
| Organisierte Halbtags-Boka-Bay-Tour mit Insel | Je nach Tour unterschiedlich | Kombiniert meist Perast, Our Lady of the Rocks und weitere Stopps in der Bucht |
Bargeld in Euro ist die sicherste Annahme; Kartenlesegeräte funktionieren auf kleinen offenen Booten nicht immer zuverlässig. Wirkt ein am Kai genannter Preis deutlich über dieser Spanne, besonders bei sichtlich touristischen Gruppen, ist es sinnvoll, vor der Buchung einen zweiten Bootsführer nach seinem Preis zu fragen.
Im Voraus buchen: wann es sich lohnt
Die Laufkundschafts-Boote funktionieren gut für alle, die bereits mit flexibler Zeit in Perast sind. Eine Vorausbuchung ist in einigen Situationen sinnvoller: bei Reisen in einer großen Gruppe, die sich nicht auf mehrere Boote aufteilen möchte, bei einem Besuch außerhalb der Hauptsaison, wenn weniger Boote am Kai liegen und die Wartezeit länger ausfallen könnte, oder wenn die Insel Teil einer längeren, geführten Rundfahrt durch die Bucht sein soll statt eines eigenständigen Stopps.
Für eine kurze, gezielte Version genau dieser Fahrt deckt eine
kurze Boka-Bootstour mit Halt speziell in Perast und auf der Insel
die Überfahrt mit fester Abfahrtszeit ab, was das Warteschlangen-Risiko beseitigt. Für eine private Option mit eigenem Zeitplan vermeidet eine
private Bootstour ab Kotor mit Perast und Our Lady of the Rocks
das Teilen der Überfahrt mit anderen Passagieren vollständig, zu einem entsprechend höheren Preis.
Manche Besucher erreichen Perast ohne eigenes Auto und möchten den gesamten Ausflug ab Kotor organisiert haben. Eine
Bootstour, die Risan mit der Überfahrt zu Our Lady of the Rocks verbindet
, kombiniert die Insel mit den römischen Mosaiken von Risan, praktisch für alle, die das nördliche Ende der Bucht in einem Ausflug statt in zwei getrennten Fahrten abdecken möchten.
Wer dem Tag lieber Tempo statt Geschichte hinzufügen möchte, sollte beachten, dass die
Speedboot-Tour durch die Bucht von Kotor mit Tube-Fahrt
eine andere Art von Ausflug ist, der sich um die Fahrt selbst dreht statt um einen ruhigen Inselstopp, und sich nur lohnt, wenn genau das das Ziel ist.
Wann für den ruhigsten Besuch
Perast erlebt an Tagen, an denen große Schiffe in Kotor anlegen, starken Andrang durch Bus- und Kreuzfahrtgruppen zur Mittagszeit, etwa zwischen 10:00 und 16:00 Uhr während der Kreuzfahrtsaison von April bis Oktober. Die Bootsschlangen an der Uferpromenade verlängern sich entsprechend, und die Inselterrasse kann rund um den Kapelleneingang überfüllt wirken. Wer vor 9:30 Uhr oder nach 17:00 Uhr kommt, umgeht das Meiste davon, und das Licht auf dem weißen Stein der Kirche ist am frühen Morgen und in den letzten Stunden vor Sonnenuntergang besser.
Außerhalb der Hauptsaison, von November bis März, ist der Ort ruhig und Boote liegen nicht mehr durchgängig am Kai; wer außerhalb der Saison besucht, sollte damit rechnen, länger auf ein volles Boot zu warten oder eine private Überfahrt zu einem etwas höheren Preis pro Person auszuhandeln. Auch die Kirche hat außerhalb der Saison kürzere Öffnungszeiten, weshalb es sich lohnt, vorab zu prüfen, bevor man eigens wegen der Insel nach Perast fährt.
Ein kurzer Halt, kein Umweg
Die Kombination aus einer fünfminütigen Überfahrt, einem Laufkundschafts-Bootssystem ohne Buchungszwang und einer kompakten Insel, die höchstens eine halbe Stunde beansprucht, macht dies zu einem der einfachsten Add-ons der ganzen Bucht.
Es fügt sich natürlich in einen umfassenderen Tag rund um Perast oder eine längere Bootstour durch die Bucht von Kotor ein, und man muss sich nicht zwischen Spontaneität und Planung entscheiden: Beides funktioniert, je nach Saison und Gruppengröße. Was es nicht bietet, was ein Bootsführer an einem ruhigen Tag auch andeuten mag, ist ein Halt bei St. George. Diese Insel bleibt genau dort, wo sie seit Jahrhunderten liegt, vom Wasser aus sichtbar und für Besucher gesperrt.
FAQ: die Überfahrt zu Perasts Inseln
Wie lange dauert die Bootsfahrt zu Our Lady of the Rocks?
Bei ruhigem Wasser etwa fünf Minuten pro Strecke ab dem Kai von Perast. Das Inselchen liegt rund 100 bis 150 Meter vor der Küste, die Überfahrt selbst ist also kurz; die meiste Zeit eines Besuchs verbringt man auf der Insel selbst, nicht bei der Anfahrt.
Kann ich die Insel St. George besuchen?
Nein. St. George beherbergt ein Benediktinerkloster und einen Friedhof, der von Perasts Familien noch genutzt wird, und ist für Touristen nicht zugänglich. Boote verlangsamen oder umrunden die Insel, damit Passagiere fotografieren können, doch niemand darf an Land gehen.
Muss ich das Boot im Voraus buchen?
Für die einfache Überfahrt nicht. Kleine Boote liegen in der Saison entlang der Uferpromenade von Perast und nehmen Laufkundschaft gegen einen festen Rückfahrpreis mit, meist sobald genug Passagiere an Bord sind oder in kurzen, festen Abständen.
Wie viel kostet die Überfahrt?
Rechnen Sie im Sommer 2026 mit etwa 5 bis 10 EUR pro Person für eine Hin- und Rückfahrt mit einem geteilten Lokalboot, manchmal inklusive des kleinen Museumseintritts der Insel. Private Speedboote und organisierte Boka-Bay-Touren mit Inselbesuch kosten deutlich mehr.
Lohnt sich der Halt bei Our Lady of the Rocks?
Für die meisten Besucher ja, aber kurz halten. Die Kapelle mit ihrem Museum aus Votivbildern und einer Deckenmalerei von Tripo Kokolja lässt sich in 20 bis 30 Minuten angemessen besichtigen, und die Lage mitten in der Bucht ist der Hauptgrund für den Besuch, nicht die Sammlung selbst.
Worauf wurde Our Lady of the Rocks erbaut?
Auf einem künstlichen Inselchen. Der lokalen Überlieferung nach warfen Seeleute und Kapitäne aus Perast Steine an dieser Stelle ab, nachdem dort 1452 eine religiöse Ikone gefunden worden war, und versenkten in den folgenden Jahrhunderten mit Steinen beladene alte Schiffe rundherum, um die Plattform aufzubauen.
Kostet der Eintritt in die Kirche auf Our Lady of the Rocks?
Ja, eine kleine Eintrittsgebühr deckt die Kapelle und das angeschlossene Museum ab, meist wenige Euro und oft getrennt von der Bootsfahrt kassiert. Außerhalb der Saison von Mai bis September sind die Öffnungszeiten kürzer, also vorher prüfen, bevor man zum Kai geht.
Kann ich die Inseln mit anderen Stopps in Perast verbinden?
Ja. Die meisten Besucher gehen vor oder nach der Überfahrt die Uferpromenade Perasts entlang und besichtigen die beiden Kirchen, da der Ort selbst deutlich unter einer Stunde in Anspruch nimmt und das Boot vom selben Kaiabschnitt ablegt.
Für allgemeine Planung rund um die weitere Bucht siehe den Bootstour-Guide zur Bucht von Kotor, den Vergleich privater und gemeinsamer Bootstouren und die Bootsroute durch Kotor. Perast selbst, einschließlich seiner beiden Uferkirchen und ruhigerer Ecken abseits der Überfahrt, wird im Guide zu Perast ohne die Menschenmassen behandelt, und Bootsoptionen für die Bucht insgesamt finden sich unter Bootstouren.
Zum Hintergrund der Seekapitäne, die Perast einst zu einer der reichsten kleinen Städte der Adria machten, siehe Bokas Kapitäne des 18. Jahrhunderts. Wer einen Besuch eher um eine Sonnenuntergangsfahrt als eine Tagesfahrt herum plant, sollte auch den Sunset-Cruise-Guide lesen, und Paddler, die eine ruhigere, muskelbetriebene Alternative suchen, finden im Guide zum Seekajakfahren in der Bucht weitere Informationen. Die Altstadt von Kotor bleibt die einfachste Basis für einen Tag, der diese Fahrt einschließt.
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